Der Luberon ist mehr als malerische Hügeldörfer und Lavendelfelder – er ist eine der aufregendsten Weinregionen der Provence. Wir zeigen, was AOC Luberon ausmacht und warum Marrenon die wichtigste Adresse dort ist.

Der Luberon ist einer der schönsten Flecken Frankreichs – und gleichzeitig eine ernstzunehmende Weinregion, die in vielen Weinführern noch immer unterschätzt wird. Die AOC Luberon produziert trockene, mineralische Roséweine, fruchtbetonte Rotweine aus Syrah und Grenache sowie frische Weißweine aus Vermentino – und das zu Preisen, die angesichts der Qualität fast bescheiden wirken. Wer in der Provence Wein kauft oder trinkt, landet früher oder später bei Marrenon: Seit 1965 produziert diese Winzergenossenschaft in La Tour d’Aigues Weine, die das komplette Spektrum der Region abbilden. Für einen Urlaub im Luberon gilt: am besten im Juni oder Oktober kommen, morgens die Dörfer erkunden, abends einen Grand Marrenon Rouge öffnen.
Wer Peter Mayles “Ein Jahr in der Provence” gelesen hat, kennt den Luberon schon ein bisschen. Die Ocker-Klippen von Roussillon, der Donnerstagmarkt in Lourmarin, die verwitterten Steinhäuser in Gordes, die sich terrassenförmig den Hang hinabziehen – das alles existiert wirklich, und es ist genauso malerisch wie beschrieben.
Aber der Luberon ist mehr als Urlaubskulisse. Das Hügelland zwischen Vaucluse und Alpes-de-Haute-Provence gehört zu den interessantesten Weinregionen der gesamten Provence – und das wird draußen noch immer zu wenig bemerkt. Dabei sprechen die Zahlen für sich: Die AOC Luberon produziert jährlich rund 8 bis 10 Millionen Flaschen, auf Weinbergen die auf 200 bis 600 Meter Höhe liegen – weit höher als etwa Châteauneuf-du-Pape. Das sorgt für Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die die Trauben vollreif werden lassen, ohne die Frische zu verlieren. Das Ergebnis sind Weine mit echtem Charakter.
Der Parc Naturel Régional du Luberon schützt über 185.000 Hektar Natur und Kulturlandschaft – und genau hier liegen die Weinberge von Marrenon, zu 100 Prozent innerhalb des Schutzgebiets. Das Massif du Luberon teilt sich in drei Teile: den Petit Luberon im Westen, den Grand Luberon in der Mitte (Höchstpunkt 1.255 Meter) und das Anstaufen im Osten.
Was man sieht, wenn man durch die Region fährt: Terrakottafarbene Steindörfer auf Bergkuppen, von denen aus man bei klarem Wetter bis zum Mittelmeer blickt. Lavendelreihen, die sich in langen Linien über die Hochplateaus ziehen. Ochre-rote Felsen in Roussillon, die aussehen, als hätte ein Riese mit einem roten Farbbecher herumgespielt. Und – fast überall – Weinberge.
Die Böden sind vielfältig: Kalkstein, Ton, Sandböden und was Marrenon selbst als safre beschreibt – ein lokales Gemisch aus Kalksteinschutt und gerundetem Kiesgestein, das dem Wein diese charakteristische Mineralität gibt.
Die drei Weinstile des AOC Luberon: Rosé, Rotwein und Weißwein mit ihren wichtigsten Rebsorten

Die Appellation d’Origine Contrôlée Luberon erlaubt eine breite Palette an Traubensorten – und das spiegelt sich in den Weinen wider.
Rosé: der Herzschlag der Region
Rund 50 Prozent der Luberon-Produktion sind Roséweine. Und das nicht, weil es trendy ist, sondern weil die Region dafür gemacht ist. Helles Lachs bis zartes Koralle in der Farbe, trocken, mit lebhafter Säure und Aromen von weißem Pfirsich, Zitrusschale und einem Hauch Kräutergarrigue. Trinktemperatur: gut gekühlt, 8 bis 10 Grad. Trinkzeitpunkt: jung, innerhalb von ein bis zwei Jahren.
Wichtigste Sorten für den Luberon-Rosé: Syrah und Grenache, oft mit Cinsault.
Rotwein: Substanz ohne Schwere
Die Rotweine des Luberon machen etwa 28 Prozent der Produktion aus. Syrah bringt die würzige Struktur, Grenache die Frucht (Erdbeere, Kirsche, ein Hauch Pflaume), Mourvèdre und Carignan ergänzen. Das Ergebnis: Weine mit echtem Körper, aber ohne die bullishe Schwere mancher südrhônescher Reds. Die Höhenlage hilft – die kühleren Nächte erhalten die Frische.
Grand Marrenon Rouge (Syrah/Grenache, AOP Luberon) ist das beste Beispiel: 92 Punkte von Decanter im Jahr 2026, für einen Wein, der unter 20 Euro kostet. Das ist ein Verhältnis, das man sich merkt.
Weißwein: der Geheimtipp
Weißweine aus dem Luberon werden noch unterschätzt – und genau deshalb sind sie interessant. Vermentino (hier manchmal als Rolle Blanc oder Rolle bekannt) bringt florale Aromen, eine feine Bitterkeit im Abgang und erstaunliche Länge. Grenache Blanc und Clairette ergänzen. Grand Marrenon Blanc – ebenfalls 92 Punkte Decanter 2026 – zeigt genau das: Mineralität, frische Blütenaromen, eine subtile Buttrigkeit im Abgang. Ein Weißwein, der auch nach zwei Jahren im Keller noch Freude macht.
Marrenon: die Kooperative, die den Luberon prägt
Marrenon Weinberge und Produktionsstätte in La Tour d’Aigues
Marrenon ist 1965 in La Tour d’Aigues entstanden – als Winzergenossenschaft, die Mitglieder-Weinberge zusammenschließt. Was wie ein rein praktisches Modell klingt, hat sich zu einer der angesehensten Adressen der Region entwickelt. Das Besondere: Alle Weinberge liegen zu 100 Prozent im Parc Naturel du Luberon, einem UNESCO-Biosphärenreservat. Das ist kein Marketing – das ist geografische Realität und philosophischer Anspruch zugleich.
Marrenon steht hinter dem Großteil der Luberon-Produktion und setzt dabei auf Terroir-Ausdruck statt Einheitsgeschmack. Die verschiedenen Weinlagen, Böden und Höhenlagen der Mitgliedswinzer fließen in unterschiedliche Cuvées ein – und genau das macht die Range so vielfältig.
Die Weinpalette: von Einstieg bis Ultra-Premium
Marrenon Weinpalette – vier Qualitätsstufen von Essentielles bis Arpegia und ORCA
Marrenon strukturiert sein Sortiment in vier Stufen:
Cuvée-Linie Charakter Für wen?
Cuvées Essentielles Leicht, frisch, alltagstauglich Einsteiger, Sommertrinkweine
Cuvées Iconiques Grand Marrenon Rouge & Blanc; 92 Punkte Decanter Geschenkwein, Tischbegleiter
Cuvées Biosphères Bio & nachhaltig, aus dem UNESCO-Reservat Ökobewusste Weintrinker
Cuvées d’Exception Arpegia (3 Ausnahmejahrgänge) & ORCA Sammler, besondere Anlässe
ORCA verdient eine eigene Erwähnung: Nur in Ausnahmejahren produziert, sanft vinifiziert, mit seidiger Struktur und gourmetem Charakter. ORCA ist das, was Marrenon macht, wenn alles stimmt.
Arpegia geht noch weiter: eine Symphonie aus drei Ausnahmejahrgängen, assembliert zu einem einzigen Wein. Das ist kein Experiment – das ist Handwerk auf höchstem Niveau.
Und dann ist da noch Triniti AOP Ventoux Blanc 2025: Gewinner der Grand Gold Medal beim Mondial de Bruxelles 2026. Ein Zeichen, dass Marrenon auch außerhalb des Luberon hervorragende Weine macht.
Luberon-Reisen bedeuten fast immer: morgens Dörfer, mittags Markt, abends Wein. Hier die fünf Orte, die man gesehen haben sollte.
Gordes – das Bild, das man kennt, wenn man “Provence” hört. Steinhäuser, die sich eng aneinandergeschmiegt den Hang hinabziehen. Oben auf der Kuppe das Château de Gordes. Kunstgalerien, ein kleines Museum. Im Sommer voll, aber zu Recht.
Roussillon – die Ocker-Metropole des Luberon. Die Fassaden leuchten in Gelb, Orange und Tiefrot – weil der Untergrund aus Ocker-Sandstein besteht, aus dem einst Pigmente gewonnen wurden. Ein Spaziergang durch die ehemaligen Ocker-Steinbrüche ist ein Erlebnis.
Bonnieux – höher gelegen als Gordes, ruhiger, mit einer Barockkirche und einem der besten Panoramablicke der Region. Für einen langen Mittagsläuf mit Blick auf Lavendelfelder und Weinberge: perfekt.
Ménerbes – das Dorf, das Mayle bekannt gemacht hat. Klein, befestigt, mit mittelalterlichen Wehrtürmen. Hat eine eigene Art Stil, die nach Stille klingt.
Lourmarin – das lebendigste der fünf Dörfer, mit dem wohl besten Markt der Region (donnerstags). Albert Camus ist hier begraben. Restaurants öffnen abends, wenn die Tagesgäste weg sind. Wer im Luberon übernachtet, sollte es hier tun.
Beste Reisezeit im Luberon – saisonaler Überblick von Frühling bis Herbst
Juni bis Juli ist die Zeit der Lavendelblüte auf dem Plateau de Valensole und den umliegenden Hochflächen. Die Felder stehen voll in Blüte, die Luft riecht entsprechend. Hochsaison bedeutet aber auch volle Parkplätze und gebuchte Restaurants.
Oktober bis November ist unsere Empfehlung für Weinreisende: Die Weinlese ist abgeschlossen, die Weine des neuen Jahrgangs werden zugänglich, die Temperaturen sind angenehm, und die Touristenmengen haben sich deutlich gelichtet. Dazu kommen Herbstfarben in den Weinbergen und der typisch klare Provence-Himmel.
April und Mai bieten angenehme Temperaturen, frühen Lavendel und entspannte Ortschaften – für alle, die die Hochsaison scheuen.
Provençalische Küche ist Küche aus dem Garten: Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Olivenöl, frisches Gemüse. Das passt zur Leichtigkeit der Luberon-Weine.
Zum Rosé: Ratatouille, gegrillter Ziegenkäse mit Honig, Crudités mit Tapenade. Der Rosé mag es unkompliziert – er ist Aperitif und Tischbegleiter in einem.
Zum Rotwein (Syrah/Grenache): Lamm mit Kräuterkruste, geschmortes Gemüse, Daube provençale (Rinderschmorfleisch mit Oliven). Grenache-dominierte Rotweine mögen warme Speisen; Syrah verträgt auch Gegrilltes.
Zum Weißwein (Vermentino): Frischer Ziegenkäse, Fisch aus der Boullabaisse, einfache Garnelen mit Zitrone. Der Weißwein des Luberon ist leichter, als viele denken – er braucht keine schwere Küche.
Scheurichweine: Luberon-Weine entdecken
Bei Scheurichweine finden Sie eine kuratierte Auswahl provençalischer Weine – darunter Cuvées aus dem Luberon, die genau dieses Gleichgewicht aus Frische, Frucht und Terroir-Ausdruck zeigen. Wer einen Luberon-Urlaub plant oder einfach ein gutes Glas Provence zu Hause trinken möchte: Die Qualität der AOC Luberon ist verlässlich hoch, und die Preise erlauben es, mehrere Weine nebeneinander auszuprobieren.
Marrenon Weinpalette – ausgewählte Luberon und Ventoux Cuvées
Unser Tipp für einen ersten Einstieg: Grand Marrenon Blanc oder Grand Marrenon Rouge – beide zeigen, was der Luberon kann, und liegen preislich weit unter dem, was ihre 92-Punkte-Bewertung vermuten lassen würde. Für besondere Anlässe: ORCA oder Arpegia, wenn Sie etwas wirklich Außergewöhnliches suchen.
One comment
Corinna
Sehtr schoen geschriebener Bericht.