Beaujolais Pierres Dorées Information

 

Beaujolais Pierres Dorées: Der Wein der goldenen Steine

Beaujolais Pierres Dorées ist mehr als ein Wein – es ist eine Region mit goldenen Kalksteinböden, jahrhundertealter Geschichte und Weinen, die jeden Euro wert sind.

Wenn man an Beaujolais denkt, fällt vielen sofort der Beaujolais Nouveau ein – der leichte Jungwein, der jeden November mit viel Rummel auf den Markt kommt. Was dabei gerne übersehen wird: Im Süden des Beaujolais liegt eine Region, die ganz anderen Charakters ist. Beaujolais Pierres Dorées – auf Deutsch: die goldenen Steine – ist ein Gebiet, das seinen Namen von den charakteristischen goldgelben Kalksteinfelsen trägt und Weine produziert, die mit dem schnell getrunkenen Novemberwein wenig gemein haben.

Hier treffen jahrhundertealte Weinbautradition, außergewöhnliche Geologie und eine wachsende Zahl engagierter Winzer aufeinander. Wer diese Weine noch nicht kennt, hat einen echten Geheimtipp vor sich.

Was „Pierres Dorées” bedeutet und warum es wichtig ist

Der Name ist kein Marketing – er beschreibt die Realität der Landschaft. Die gesamte Zone liegt im Bas Beaujolais (Süd-Beaujolais), rund 40 Kilometer nördlich von Lyon, und das Besondere ist der Untergrund: goldener Kalkstein, der nicht nur den Weinen Charakter gibt, sondern auch der Architektur der Dörfer ihr unverwechselbares Gesicht. Die Häuser, Mauern und Kirchen der Region leuchten in demselben warmgoldenen Ton wie der Boden der Weinberge.

Das ist kein Zufall: Das Beaujolais zählt zum UNESCO Global Geopark und beherbergt mehr als 300 verschiedene Bodentypen auf engem Raum. Das macht die Region geologisch zu einer der interessantesten Weinbaulagen Frankreichs überhaupt.

 

Der Weinbau hat in dieser Region eine lange Geschichte: Seit der gallo-romanischen Zeit wird hier Wein angebaut, also seit mindestens 2.000 Jahren. Die Winzer haben sich ihre besondere Identität über die Jahrhunderte erarbeitet und streben seit 2017 bei der nationalen Weinbehörde INAO eine eigene Dénomination Géographique Complémentaire (DGC) an – eine Auszeichnung, die die Besonderheit des Terroirs offiziell anerkennen würde.

Die Rotweine: Gamay auf goldenem Kalkstein

Die roten Weine des Beaujolais Pierres Dorées werden aus der Gamay-Traube gewonnen. Gamay ist die klassische Rebsorte des Beaujolais und wird von manchen unterschätzt – zu Unrecht. Auf dem Kalksteinboden der Pierres Dorées entwickelt sie ein charakteristisches Profil, das sich deutlich von Gamay auf anderen Böden unterscheidet.

Die Weine zeigen fruchtige Struktur mit Aromen schwarzer und roter Früchte sowie Gewürznoten, einem weichen Gaumen und guter Länge. Die Säure ist lebhaft, die Tannine sind niedrig – das macht sie außergewöhnlich trinkfreudig und gleichzeitig erstaunlich vielseitig als Speisebegleiter.

Was sagen Weinkenner über diese Weine? Ein Blind-Tasting der Burgundy Report mit über 30 Weinen aus der Region kam zu folgendem Ergebnis:

Die Weißweine: eine angenehme Überraschung

Was viele nicht wissen: Beaujolais Pierres Dorées produziert auch Weißweine – aus der Chardonnay-Traube. 2023 wurden 3.739 Hektoliter Weißwein in der Region produziert, ein kleines, aber feines Volumen.

 

Winzer, die den Ton angeben

Hinter jedem großen Wein steckt ein engagierter Winzer. In Beaujolais Pierres Dorées gibt es mittlerweile über 70 Produzenten, die ihren Weinen das Etikett Pierres Dorées verleihen. Einige stechen besonders hervor:

Domaine des Terres Dorées (Jean-Paul Brun) gilt als die erste Adresse der Region. Brun begann 1979 mit wenigen Hektar, baute das Weingut auf rund 50 Hektar aus und setzt auf ökologische Anbaumethoden sowie minimalen Eingriff im Keller. Der Bettane & Desseauve-Führer bezeichnet ihn als „eine Referenz unter den Beaujolais-Produzenten”, La Revue du vin de France nennt ihn „einen Leuchtturm der Region”.

Vignerons des Pierres Dorées ist eine Winzervereinigung mit Sitz in Oingt – einem der schönsten Dörfer der Region. Die Gruppe arbeitet aktiv an der Qualitätsförderung des Pierres Dorées-Labels und organisiert jährliche Verkostungskommissionen.

Domaine des Prévelières (Quentin & Gaétan Morel) im Herzen der Zone zeigt, dass familiengeführte Betriebe der zweiten Generation Exzellenz produzieren können. Mehrere ihrer Cuvées gehören zur absoluten Spitze der Region.

Manoir du Carra in Denice ist seit 1850 in Betrieb und bekannt für seine weißen Pierres Dorées-Weine, die internationale Anerkennung gefunden haben.

Domaine Romy bewirtschaftet 30 Hektar und produziert fruchtige, frische Weine, die für ihre Zugänglichkeit und Reinheit gelobt werden.

Zu welchen Speisen passen diese Weine?

Die Stärke der Beaujolais Pierres Dorées-Weine liegt in ihrer Vielseitigkeit. Die lebhafte Säure und die zurückhaltenden Tannine machen die Rotweine zu außergewöhnlich flexiblen Speisebegleitern.

Rotweine passen gut zu:

  • Gegrilltem Hähnchen, Ente mit Orangen- oder Kirschsauce, Wachtel mit Trauben
  • Coq au vin und anderen Schmorgerichten mit Geflügel
  • Kalbsrücken, Lamm mit Gemüse, zartem Rinderfilet
  • Französischer Charcuterie: Pasteten, Terrinen, Rillettes, Saucisson sec
  • Ziegenkäse und mittelkräftigen Weichkäsesorten wie Brie
  • Pilzgerichten und mediterranen Gemüsespeisen
  • Thunfisch-Tartare und gegrilltem Lachs mit Sojasauce

Weißweine harmonieren mit:

  • Meeresfrüchten und Austern
  • Gegrilltem Fisch (Dorade, Wolfsbarsch)
  • Lachs und anderen Fettfischen
  • Leichten Geflügelgerichten
  • Frischen Ziegenkäsesorten und Ricotta
  • Spargelgerichten (besonders zur Spargelsaison)

Servieren Sie die Rotweine leicht gekühlt bei 12-16°C, die Weißweine bei 10-13°C. Ein Dekantieren der Rotweine für 15-20 Minuten bringt die Aromen zum Öffnen.

Warum Beaujolais Pierres Dorées ein Geheimtipp ist

Es gibt Weinregionen, die für ihre Qualität berühmt sind und entsprechend viel kosten. Und es gibt Regionen, die qualitativ mithalten können – aber noch nicht zum globalen Promi-Status aufgestiegen sind. Beaujolais Pierres Dorées gehört klar zur zweiten Kategorie.

Die Preise bewegen sich im Keller zwischen 7,50 und 10 Euro, Premium-Abfüllungen wie der Manoir du Carra liegen bei etwa 25 Dollar im US-Markt. Für das, was diese Weine bieten – Terroir-Charakter, Altersreife, handwerkliche Produktion – ist das außergewöhnlich fair.

Zum Vergleich: Ein gleichwertiger Wein aus dem Burgund, dem Nachbargebiet im Norden, kostet das Zwei- bis Dreifache. Der Unterschied liegt nicht in der Qualität der Böden oder des Winemaking, sondern im Namen auf dem Etikett.

Das Potenzial wird zunehmend erkannt: Die jährliche „Excellence Pierres Dorées”-Verkostung findet seit 1998 statt, und die Richter des Jahrgangs 2024 stellten fest: „Diese Appellation wird jedes Jahr qualitativ besser.” Wer diese Weine jetzt entdeckt, ist früh dabei.

Beaujolais Pierres Dorées bei Scheurichweine

Scheurichweine führt eine sorgfältig kuratierte Auswahl französischer Weine – darunter Burgunderweine und Beaujolais-Spezialitäten. Unser Beaujolais Vieilles Vignes La Rose Pourpre kommt aus der Pierres Dorées-Zone und wird aus 90 Jahre alten Reben gewonnen – alte Reben, die besonders konzentrierte und tiefgründige Früchte liefern.

Stöbern Sie in unserem Sortiment französischer Weine und entdecken Sie Beaujolais-Weine, die zeigen, was diese unterschätzte Region wirklich leisten kann.“`

Was ist Beaujolais Pierres Dorées?

Eine Weinzone im südlichen Beaujolais, etwa 40 km nördlich von Lyon. Der Name bedeutet „goldene Steine” und bezieht sich auf den charakteristischen Kalksteinboden. Die Zone umfasst 43 Gemeinden und produziert vorwiegend Gamay-Rotweine sowie Chardonnay-Weißweine.

Wie schmeckt ein Beaujolais Pierres Dorées Rotwein?

Fruchtig, frisch und gut strukturiert mit Aromen von Kirschen, roten Beeren und dezenten Gewürznoten. Weicher, runder Gaumen mit lebendiger Säure. Deutlich komplexer als Beaujolais Nouveau, kann 3–5 Jahre gelagert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Beaujolais Pierres Dorées und Beaujolais Nouveau?

Beaujolais Nouveau ist ein Jungwein zum sofortigen Trinken. Beaujolais Pierres Dorées ist ein ernstzunehmender Gebietswein, der durch den besonderen Kalksteinboden geprägt ist und mehrere Jahre Lagerungspotenzial hat.

Zu welchen Speisen passt Beaujolais Pierres Dorées?

Rotweine: Geflügel, Charcuterie, Ziegenkäse und leichte Fleischgerichte. Weißweine: Meeresfrüchte, Fisch und frische Weichkäsesorten. Ausgesprochen vielseitige Speisebegleiter.

Wie lange kann man einen Beaujolais Pierres Dorées lagern?

Rotweine 3–5 Jahre, bei ausgezeichneten Jahrgängen (2020, 2022) auch bis 2028–2030. Weißweine je nach Ausbau 1–6 Jahre. Kühl (12–15°C), liegend und dunkel lagern.

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