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Herkunft und Vinifizierung des Paul Delane Crémant de Bourgogne
Wer steckt hinter dem Paul Delane Crémant – und warum machen 430 Winzer aus Burgund gemeinsam Sekt nach Champagner-Methode?
Wenn Sie eine Flasche Paul Delane Crémant de Bourgogne Brut Réserve öffnen, halten Sie in den Händen, was die Winzer des nördlichen Burgunds seit 1972 gemeinsam aufgebaut haben: einen Schaumwein, der mit derselben Sorgfalt wie Champagner hergestellt wird – in mittelalterlichen Kalksteinhöhlen, die einst den Stein für Notre-Dame lieferten.
Hinter dem Label steckt eine Genossenschaft mit einer außergewöhnlichen Geschichte: Caves Bailly Lapierre, ansässig in Saint-Bris-le-Vineux im Yonne-Tal, Nordburgundinien. Dieser Beitrag erzählt, wie es dazu kam – und was zwischen Ernte und Korken alles passiert.
Das Jahr 1972 und der Wandel des Weinmarkts
Die Geschichte von Caves Bailly Lapierre beginnt mit einer Notlösung, die zur Erfolgsgeschichte wurde. Viele Winzer der Region hatten ihre Grundweine an Deutschland verkauft – als Basis für die Sektproduktion. Als sich die deutschen Gesetze änderten und dieser Absatzweg wegbrach, standen die Anbauer vor einem ernsthaften Problem: Weinberge, die plötzlich keinen Abnehmer mehr hatten.
42 Winzer aus dem Auxerrois schlossen sich 1972 zusammen und gründeten eine Genossenschaft mit einem klaren Ziel: Schaumwein nach traditioneller Methode selbst zu produzieren und zu vermarkten. Statt Basiswein zu verkaufen, wollten sie das fertige Produkt schaffen.
1975 wurde Crémant de Bourgogne zur ersten offiziellen Crémant-Appellation Frankreichs – begründet gemeinsam mit dem Crémant de Loire. Caves Bailly Lapierre war von Anfang an dabei und prägte die Regeln dieser Herkunftsbezeichnung mit.
Was einst mit 42 Betrieben begann, ist heute eine der bedeutendsten Crémant-Genossenschaften Frankreichs. 430 Winzerinnen und Winzer aus 70 Familien liefern ihre Trauben aus den Dörfern rund um Auxerre: Saint-Bris-le-Vineux, Irancy, Chitry-le-Fort, Coulanges-la-Vineuse und weiteren Gemeinden des Yonne-Tals.
Das Ergebnis: rund 3 Millionen Flaschen pro Jahr, ein Jahresumsatz von über 18 Millionen Euro. Jede dritte Flasche geht in den Export – Deutschland gehört zu den wichtigsten Märkten.

Wer die Keller von Caves Bailly Lapierre betritt, betritt Jahrhunderte der Geschichte. Die unterirdischen Galerien wurden im 12. Jahrhundert als Kalksteinbrüche angelegt. Der abgebaute Kimmeridgian-Kalkstein – ein Jurassic-Sediment, das vor rund 250 Millionen Jahren entstand, als das Gebiet noch auf dem Grund des Thetys-Meeres lag – wanderte in die großen Kathedralen Frankreichs: Panthéon, Notre-Dame de Paris, Kathedrale von Chartres.
Der Abbau lief durch die Renaissance bis ins frühe 20. Jahrhundert. Dann, von 1927 bis 1972, nutzte man die Stollen als Pilzzuchtkeller. Als die Genossenschaft 1972 gegründet wurde, fanden die Winzer hier genau das, was für die Schaumweinreifung ideal ist: konstante Kühle, hohe Luftfeuchtigkeit, kein direktes Licht.
Die physischen Eigenschaften der Höhlen sind beeindruckend:
An den Steinwänden sind bis heute die Meißelspuren mittelalterlicher Steinmetze sichtbar. Wer die geführten Touren unternimmt – rund 40.000 Besucher kommen jährlich – findet außerdem zeitgenössische Steinskulpturen, die Geschichte und Weinbau in Verbindung setzen.
Das Fundament des Crémant de Bourgogne ist geologisch: Der Boden des Auxerrois-Gebiets entstand im Jura, als die Region unter dem Tethys-Meer lag. Langsame Sedimentablagerungen bildeten mächtige Kalksteinschichten, die durch Erosion das Yonne-Tal formten.
Dieser Kimmeridgian-Kalkstein – derselbe Boden, der auch den nördlichen Weinlagen der Champagne und dem Chablis ihre mineralische Frische gibt – ist das Herz des Crémant-Terroirs. Er verleiht den Grundweinen eine lebendige Säure und steinige Mineralität, die den fertigen Schaumwein prägt.
Die Winzer der Genossenschaft bewirtschaften Weinberge in einer Reihe von Dörfern entlang des Yonne-Tals, rund 150 Kilometer südöstlich von Paris: Saint-Bris-le-Vineux, Irancy (bekannt für seinen Pinot Noir), Chitry-le-Fort, Coulanges-la-Vineuse und weitere Gemeinden.
Der Paul Delane Crémant de Bourgogne Brut Réserve ist ein Cuvée aus allen vier Rebsorten, die die Genossenschaft anbaut:
| Rebsorte | Farbe | Charakter im Cuvée |
|---|---|---|
| Pinot Noir | Rot | Körper, rote Frucht, Struktur |
| Gamay | Rot | Frische, leichte Fruchtigkeit |
| Chardonnay | Weiß | Eleganz, Zitrus, Länge |
| Aligoté | Weiß | Säure, Frische, Mineralität |
Alle Trauben werden von Hand geerntet und in 45-kg-Gitterkisten transportiert, um die Beeren unbeschädigt zu halten. Diese Sorgfalt beim Handling ist nicht selbstverständlich – viele Produzenten setzen auf maschinelle Lese, die billiger ist, aber die Trauben stärker beansprucht.

Der Paul Delane entsteht nach genau derselben Methode wie Champagner. Der Unterschied liegt nicht im Verfahren, sondern in der Appellation. Hier ist jeder Schritt:
Die geernteten Trauben werden schonend in Luftsackpressen (seit 2007 vollständig erneuert) gepresst. Das Verhältnis: 100 Liter Most aus 150 kg Ernte – 75 % aus dem ersten Pressgang, 25 % aus dem Rebêche (zweiter Pressgang). Die Luftsackpresse arbeitet besonders sanft und verhindert, dass Bitterstoffe aus den Schalen in den Most gelangen.
Der Most vergärt zu einem trockenen Grundwein. Sowohl die alkoholische als auch die malolaktische Gärung werden durchgeführt: Die malolaktische Umwandlung wandelt die harte Äpfelsäure in weichere Milchsäure um und rundet den Grundwein ab.
Die getrennt vinifizierten Grundweine werden zur Cuvée assembliert. Nach dem 1. Januar der Ernte – eine AOC-Vorschrift – wird die Flaschenfülllösung (Tirage) mit Hefe und Zucker versetzt. Die Flaschen werden mit Kronkorken verschlossen.
In der verschlossenen Flasche vergärt der Zucker. Das entstehende CO₂ kann nicht entweichen – es löst sich im Wein auf und bildet die feinen Bläschen. Die Hefe stirbt ab und setzt sich als Depot (Hefesatz) in der Flasche ab.
Die Flaschen lagern durchschnittlich 16 bis 18 Monate auf dem Hefesatz – in den natürlich gekühlten Höhlen bei 12°C. Während dieser Zeit geben die abgestorbenen Hefezellen Aromastoffe an den Wein ab: die charakteristischen Brioche-, Toast- und Hefenoten, die einen qualitätsvollen Crémant auszeichnen. Die AOC Crémant de Bourgogne verlangt eine Mindestreifung von 9 Monaten – Bailly Lapierre geht deutlich darüber hinaus.
Die Flaschen werden auf traditionellen Rüttelpulten (Pupitres) so bewegt, dass sich das Hefedepot schrittweise im Flaschenhals sammelt. Täglich oder wöchentlich werden die Flaschen um kleine Winkel gedreht und immer steiler gestellt, bis sie senkrecht auf dem Kopf stehen – Depot im Hals.
Der Flaschenhals wird eingefroren; beim Öffnen schleudert der Druck das eingefrorene Depotstück heraus. Danach:
Sofort nach dem Dégorgement wird die fehlende Menge mit der Dosierungslösung (Wein + Zucker, die sogenannte Liqueur d’expédition) aufgefüllt. Die Zuckermenge bestimmt den Stil:
Der Paul Delane wird als Brut ausgebaut – trockener Stil, bei dem die Frucht- und Mineralcharaktere voll zur Geltung kommen.

Die Frage kommt häufig: Ist Crémant wirklich mit Champagner vergleichbar? Die Antwort liegt im Verfahren.
Was beide gemeinsam haben:
Was sich unterscheidet:
Ein Sommelier auf Vivino brachte es auf den Punkt: Einer der Besten Cremants der gegen einen 50 EUR Champagner antreten kann.
Die externe Bewertung bestätigt, was die Geschichte verspricht:
Weinexpertin Natalie MacLean schreibt: „Lots of fresh acidity and green apple notes in this well-priced French sparkling wine.”
Häufig genannte Aromen in Community-Bewertungen:
Caves Bailly Lapierre arbeitet nicht nur nach eigenen Standards – externe Zertifizierungen bestätigen die Sorgfalt:
Paul Delane ist eine Handelsmarke, hinter der die Produktionsinfrastruktur von Caves Bailly Lapierre steht. Die Flaschen enthalten dieselben Weine – hergestellt nach denselben Methoden, in denselben Höhlen, von denselben Winzern.
Der viersortige Blend – Pinot Noir, Gamay, Chardonnay, Aligoté – spiegelt das gesamte Rebsortenprofil der Genossenschaft wider. Er ist ausgebaut als Brut, mit 12 % Alkohol, und bietet genau den Charaktertyp, den Crémant de Bourgogne seit 1975 definiert: „bruts et ciselés” – trocken und präzise.
Natalie MacLean empfiehlt ausdrücklich die Kombination mit Schalentieren – die Mineralität des Crémant und die Jod-Salzigkeit von Meeresfrüchten sind ein klassisches Paar.
Es gibt viele Crémant-Produzenten. Caves Bailly Lapierre ist besonders, weil:
Den Paul Delane Crémant de Bourgogne Brut Réserve bei Scheurichweine entdecken – Premium-Qualität aus einer 430-Winzer-Genossenschaft, gereift in mittelalterlichen Kalksteinhöhlen, zu fairen Preisen.
Zum Paul Delane bei Scheurichweine
Quellen:
Caves Bailly Lapierre ·
Wine Anorak ·
Regal Wine ·
Vivino ·
Wine-Searcher ·
Natalie MacLean