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Im Herzen des französischen Loiretals perfektioniert eine Familie in sechster Generation seit über 80 Jahren eine Kunst: die Weine aus drei verschiedenen Gesteinsarten mit unverwechselbaren Aromen zu keltern. Dies ist die Geschichte der Domaine de la Garenne, eines kleinen, unabhängigen Weinguts in Sancerre, das uns daran erinnert, warum Terroir – der Boden selbst – so viel mehr ist als nur ein Marketingbegriff.
Wer schon einmal einen Sancerre probiert und sich gefragt hat, warum er so einzigartig schmeckt, der schmeckt Kalkstein, Feuerstein und Lehm. Auf der Domaine de la Garenne bleibt es nicht bei dieser Frage. Man schmeckt die Unterschiede zwischen jeder Parzelle, jedem Boden, jeder Sonneneinstrahlung. Und genau diese Klarheit haben Fabienne und Benoit Godon-Reverdy ihr ganzes Berufsleben lang perfektioniert.
Die Verbindung der Familie Reverdy zu Verdigny reicht Jahrhunderte zurück. Bereits 1946, als Urgroßvater Amédée Reverdy zum Winzer ernannt wurde, war die Tradition des Weinbaus seit Generationen etabliert. Bernard-Noël und Dominique Reverdy bauten in den 1970er Jahren die moderne Marke auf. Heute repräsentieren Fabienne und Benoit die sechste Generation der Sancerre-Winzer und haben eine Überzeugung eingebracht, die sich ihre Vorfahren nicht hätten vorstellen können: Das Land ist zu kostbar, um es wie einen gewöhnlichen Bauernhof zu behandeln.
Als Fabienne und Benoit 2007 den Betrieb übernahmen, verpflichteten sie sich zu ökologischen und biodynamischen Anbaumethoden. Keine synthetischen Pestizide. Keine Abkürzungen. Die 12,5 Hektar Rebfläche, verteilt auf 37 sorgfältig bewirtschaftete Parzellen, werden heute als geschlossenes System betrieben, in dem die Gesundheit des Weinbergs der oberste Maßstab für Erfolg ist.
Das Terroir von Sancerre umfasst drei unterschiedliche Bodentypen, von denen jeder Weine mit einem unverwechselbaren Charakter hervorbringt.
Caillottes (Kreide- und weicher Kalkstein) verleihen den Weinen Frische und Säure. Weine von diesen Parzellen schmecken lebendig – nach Zitrusfrüchten, weißem Steinobst und zeichnen sich durch ihre Frische aus.
Silex (Feuerstein und kieselsäurehaltige Gesteine) erzeugt eine intensive Mineralität. So schmeckt echte Mineralität: nicht zuerst fruchtig, sondern nach der Erde selbst.
Die Terres blanches (Ton- und Kimmeridge-Mergel) liegen im Mittelfeld – sie liefern Länge, Obstgartenfrucht und eine seidige Textur.
Bei Domaine de la Garenne zeichnen sich die drei Flaggschiff-Sauvignon Blancs aus Einzellagen jeweils durch einen dominanten Bodentyp aus:
Domaine de la Garenne konzentriert sich auf zwei Sorten: Sauvignon Blanc (der Star) und Pinot Noir (der in aller Stille ausgezeichnete Nachbar).
Der Einstieg in die Weinwelt ist Alliance , ihre zugängliche Cuvée (12–14 €). Sie ist trocken, mineralisch und schmeckt wie ein unprätentiöser Sancerre – mit Aromen von Zitrusfrüchten und grünem Apfel sowie einem anhaltenden Abgang. Wine Enthusiast bewertete den Jahrgang 2024 mit 90 Punkten .
Die reinsortigen Weine gehen noch einen Schritt weiter. La Billette (Flint, 16–18 €) schmeckt zunächst herb, bis man ihn versteht – Mineralität, weiße Steinfrüchte, eine Salzigkeit, die ans Meer erinnert.
Les Bouffants (Kalkstein, €16–18) ist das genaue Gegenteil – sonnig, fast parfümiert, mit weißen Blüten und Zitrusnoten.
Sancerre Pinot Noir steht oft im Schatten des Burgunds, verdient aber mehr Aufmerksamkeit. Der Alliance Pinot Noir (14–16 €) schmeckt nach frischen roten Kirschen und Mineralien – leicht und vielseitig kombinierbar.
Was Domaine de la Garenne von vielen anderen Premium-Erzeugern der Loire unterscheidet: Sie sind wirklich erschwinglich. Die Weine der Alliance-Linie kosten zwischen 14 und 22 Euro. Selbst die Premium-Weißweine aus Einzellagen kosten selten mehr als 30 Euro. Wie gelingt es einem familiengeführten, biologisch bewirtschafteten Weingut in sechster Generation, diese Preise so niedrig zu halten? Sie bewirtschaften ihre Weinberge effizient, vertreiben ihre Weine direkt über ausgewählte Importnetzwerke und jagen nicht dem Prestigewahn hinterher.
Die Weine von Domaine de la Garenne sind für den jungen Genuss bestimmt. Die Weine der Alliance-Reihe entfalten ihr volles Potenzial innerhalb von 1-2 Jahren.
Sauvignon Blanc sollte leicht gekühlt (8-10 °C) und nicht eiskalt serviert werden.
Die klassische Kombination ist Ziegenkäse. Sie passen aber auch hervorragend zu Meeresfrüchten, Gemüse und hellem Geflügel.